CBD in Frankreich 2026: Was Händler verkaufen dürfen, Produkt für Produkt

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Ende 2026 darf ein Laden in Frankreich CBD-Blüten, Harze, Kosmetik und Produkte zum Verdampfen verkaufen, sofern ihr Gehalt an Delta-9-THC 0,3 % nicht übersteigt. Lebensmittel mit CBD dagegen sind dort nicht mehr verkehrsfähig: Öle zum Einnehmen, Gummies, Kapseln, Getränke und Aufgüsse aus Blütenständen hat die französische Lebensmittelbehörde DGAL am 15. Mai 2026 vom Markt genommen.

Dieser Artikel beschreibt, was auf dem französischen Markt gilt, dem größten CBD-Markt Europas. Für Händler aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist das aus zwei Gründen nützlich: Sie kaufen bei uns Ware ein, die nach französischem Recht geprüft ist, und Sie sehen, wohin sich der Markt im Nachbarland bewegt. Über die Regeln in Ihrem eigenen Land sagt er nichts aus. Dort gilt Ihr nationales Recht, das oft strenger ist: In Deutschland ist der Weiterverkauf von CBD-Blüten an Endkunden rechtlich umstritten. Lassen Sie sich vor dem Weiterverkauf anwaltlich beraten.

Viele Ratgeber im Netz sind seit Mai 2026 nicht aktualisiert worden. Hier der Stand, so wie wir ihn auf unser eigenes Sortiment anwenden.

Welche CBD-Produkte darf man in Frankreich Ende 2026 verkaufen?

Entscheidend ist der Verwendungszweck: Dasselbe Öl ist als Kosmetikum zulässig und verboten, sobald es zum Schlucken verkauft wird.

ProduktStatus in Frankreich am 22.10.2026Rechtsgrundlage (Frankreich / EU)Was der Händler prüft
CBD-HanfblütenErlaubtArrêté (Ministerialerlass) vom 30.12.2021; Conseil d'État, 29.12.2022Analyse der Charge (THC ≤ 0,3 %), Sorte im EU-Sortenkatalog
Harze, Pollen, CBD-HaschischErlaubtDieselben TexteAnalyse passend zur gelieferten Charge, keine zugesetzten synthetischen Moleküle
CBD-Öle zum Einnehmen (sublingual, Nahrungsergänzung)Seit 15.05.2026 vom Markt genommenVerordnung (EU) 2015/2283 „Novel Food“Nicht mehr verkaufen, Bestand aus dem Regal nehmen
Kosmetische Öle und BalsameErlaubtVerordnung (EG) 1223/2009CPNP-Notifizierung, verantwortliche Person in der EU, INCI-Liste, keine Empfehlung zur Einnahme
Gummies, Bonbons, Schokolade, GetränkeSeit 15.05.2026 vom Markt genommenNovel FoodNicht mehr verkaufen
Aufgüsse aus Hanfblättern ohne zugesetzten ExtraktUnter Bedingungen geduldet (umstritten)Traditionelle Verwendung der Blätter als wässriger AufgussNur Blätter, keine Blütenstände, THC ≤ 0,3 %
Aufgüsse aus Blütenständen oder mit CBD angereichertVom Markt genommenNovel Food, Auslegung der DGALNicht mehr verkaufen
CBD-E-Liquids und VapesErlaubtTHC-Grenzwert des Erlasses von 2021; französische BetäubungsmittellisteKeine als Betäubungsmittel eingestuften Stoffe (HHC und Derivate)
Hanfsamen, HanfsamenölErlaubt, auch als LebensmittelVerzehr schon vor 1997 belegtKein zugesetztes CBD

Was bedeutet der Grenzwert von 0,3 % THC konkret?

0,3 % Delta-9-THC sind 3 Milligramm THC pro Gramm Produkt. Der französische Erlass vom 30. Dezember 2021 beschränkt Anbau und gewerbliche Nutzung von Hanf auf die im Katalog eingetragenen Sorten von Cannabis sativa L., deren THC-Gehalt diesen Wert nicht übersteigt.

Der Wert gilt pro Charge: Dieselbe Genetik kann in einer Saison bei 0,12 % liegen und in der nächsten nahe an die Grenze kommen. Bei einer Kontrolle zählt nur die Analyse der Charge, die im Regal steht.

Im Laden genügen drei Gewohnheiten:

  • Legen Sie das Analyse-PDF jeder Charge ab.
  • Prüfen Sie, ob die Chargennummer auf dem Zertifikat mit der auf dem Beutel übereinstimmt.
  • Akzeptieren Sie keine Analyse, die eine andere Charge betrifft oder älter als ein Jahr ist.

Auf unserer Website hängen die Analysen an den Produktseiten, für die sie vorliegen. Fehlt bei einem Artikel das PDF, fragen Sie vor der Bestellung Ihren Ansprechpartner danach.

Warum sind CBD-Blüten in Frankreich erlaubt, obwohl der Erlass von 2021 sie verbot?

Weil der Conseil d'État, das oberste französische Verwaltungsgericht, dieses Verbot am 29. Dezember 2022 aufgehoben hat. Der Erlass von 2021 untersagte den Verkauf roher Blüten und Blätter an Verbraucher, selbst wenn sie von zugelassenen Sorten stammten. Die Richter sahen keinen Beleg für ein Risiko für die öffentliche Gesundheit, das ein allgemeines Verbot rechtfertigen würde, und hielten es für unverhältnismäßig.

CBD ist in Frankreich nicht als Betäubungsmittel eingestuft, THC dagegen schon. Der gesamte Rahmen beruht deshalb auf der Einhaltung des Grenzwerts und auf Rückverfolgbarkeit.

Was ist am 15. Mai 2026 mit CBD-Lebensmitteln passiert?

Die DGAL (Direction générale de l'alimentation, die Lebensmittelbehörde des französischen Landwirtschaftsministeriums) hat beschlossen, die EU-Novel-Food-Verordnung strikt anzuwenden. CBD-Extrakte gelten seit 2019 als „neuartige Lebensmittel“: Ohne EU-Zulassung dürfen sie in keinem Produkt stecken, das gegessen oder getrunken wird. Dieser Grundsatz wurde lange kaum kontrolliert, seit dem 15. Mai 2026 wird er durchgesetzt.

Betroffen sind sublinguale Öle, die als Nahrungsergänzung verkauft werden, Gummies, Kapseln, Schokolade, Getränke und Aufgüsse aus Blütenständen. Nicht betroffen sind Produkte zum Rauchen oder Verdampfen, Kosmetik, Hanfsamen und Hanfsamenöl. Hanfblätter für einen wässrigen Aufguss ohne zugesetzten Extrakt bleiben vertretbar. Der Branchenverband Union des professionnels du CBD hält die Auslegung der Behörde für zu streng, und Organisationen der Branche haben im Juni 2026 den Conseil d'État angerufen. Zum Zeitpunkt dieser Aktualisierung lag noch keine Entscheidung vor.

Eine häufige Falle: Ein Öl, das als „Kosmetik“ etikettiert ist, im Laden aber mit dem Tipp „drei Tropfen unter die Zunge“ verkauft wird, gilt als Lebensmittel. Der Verkäufer haftet für das, was er sagt, nicht nur für das, was auf dem Etikett steht.

Viele französische Läden haben Öle zum Einnehmen durch Pflegeprodukte und Balsame ersetzt. Unsere CBD-Kosmetik für Händler fällt unter die EU-Kosmetikverordnung, die von der Entscheidung der DGAL nicht berührt ist.

Wie weit ist die EU-Zulassung von CBD als Lebensmittel?

Es gibt sie noch nicht. Im Februar 2026 hat das Expertengremium der EFSA, der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, eine vorläufige sichere Aufnahmemenge von etwa 2 mg CBD pro Tag für einen Erwachsenen mit 70 kg festgelegt, für CBD mit mindestens 98 % Reinheit. Im September 2026 hat die EFSA ihre erste positive Stellungnahme zu einem bestimmten synthetischen CBD für Nahrungsergänzungsmittel abgegeben, mit 2 mg pro Tag für Erwachsene ab 25 Jahren.

Eine Stellungnahme der EFSA ist keine Zulassung. Die Europäische Kommission muss das Produkt noch in die Unionsliste aufnehmen, und die Zulassung würde nur für dieses Produkt und diesen Antragsteller gelten. Zum Vergleich mit dem Markt: Ein Tropfen eines 10-%-Öls enthält bereits rund 5 mg CBD, mehr als das Doppelte der genannten Menge.

Werden CBD-Blüten in Frankreich wie Tabak besteuert?

Das sah Artikel 23 des Entwurfs zum französischen Haushaltsgesetz 2026 vor (PLF, projet de loi de finances): eine Kategorie „Rohprodukte zum Rauchen ohne Tabak“ schaffen, sie einer tabakähnlichen Verbrauchsteuer unterwerfen und den Verkauf den zugelassenen Tabakverkaufsstellen (buralistes) vorbehalten. In den Beratungen stimmte der Senat dafür, CBD-Produkte von dieser Steuer auszunehmen, und die Branche hat sich stark gegen den Text mobilisiert.

Tatsächlich erhebt Deli Hemp auf seine Blüten und Harze keine Verbrauchsteuer, und die französischen Fachgeschäfte verkaufen sie weiter. Wie die Sache endgültig ausgegangen ist, zeigt der geltende Gesetzestext auf Légifrance, dem amtlichen Rechtsportal Frankreichs. Prüfen Sie ihn, bevor Sie auf Grundlage eines Presseartikels Preise oder Vertriebswege ändern. Wir aktualisieren diese Seite bei jeder Änderung.

Wie bereitet sich ein Laden in Frankreich auf eine Kontrolle vor?

Eine Kontrolle durch die DGCCRF (Verbraucherschutz- und Wettbewerbsbehörde), die DGAL, den Zoll oder die Polizei betrifft vor allem Rückverfolgbarkeit und Aufmachung der Produkte. Halten Sie bereit:

  • einen Ordner oder ein gemeinsames Verzeichnis mit der Analyse jeder Charge im Regal
  • die Lieferantenrechnungen mit Artikelbezeichnungen und möglichst Chargennummern
  • Etiketten ohne gesundheitsbezogene Angaben und mit dem Hinweis „nicht zum Verzehr“ auf Blüten und Harzen
  • keinerlei CBD-Lebensmittel mehr im Regal oder im Lager
  • bei Kosmetik den Namen der verantwortlichen Person und die CPNP-Notifizierung, die Ihr Lieferant Ihnen nennen können muss

Fragen zu den Unterlagen eines Artikels aus unserem Katalog beantwortet unser Team in Nanterre bei Paris unter +33 1 76 21 79 22 oder über die Kontaktseite.

Häufige Fragen

Ist CBD in Frankreich 2026 legal?

Ja, unter Bedingungen. Blüten, Harze, Kosmetik und Produkte zum Verdampfen mit CBD sind verkehrsfähig, wenn ihr Gehalt an Delta-9-THC 0,3 % nicht übersteigt und sie aus zugelassenen Sorten stammen. CBD-Lebensmittel (Öle zum Einnehmen, Gummies, Getränke) sind seit dem 15. Mai 2026 vom Markt genommen. Für andere Länder sagt das nichts aus: Prüfen Sie die Regeln Ihres Landes.

Darf man in Frankreich noch CBD-Öl im Laden verkaufen?

Nur als Kosmetikum nach Verordnung (EG) 1223/2009, mit CPNP-Notifizierung, verantwortlicher Person in der EU und INCI-Liste. Ein Öl, das zum Schlucken angeboten oder mit einem Tipp zur Anwendung unter der Zunge verkauft wird, fällt unter die Novel-Food-Regeln und darf in Frankreich nicht mehr verkauft werden.

Sind Hanfaufgüsse in Frankreich verboten?

Aufgüsse aus Blütenständen oder mit CBD angereicherte Aufgüsse sind seit dem 15. Mai 2026 vom Markt genommen. Aufgüsse nur aus Hanfblättern, ohne zugesetzten Extrakt und unter 0,3 % THC, bleiben vertretbar. Die Branche bestreitet diesen Punkt jedoch, und er kann sich ändern. Prüfen Sie die genaue Zusammensetzung jedes Artikels.

Welcher THC-Gehalt ist in einer CBD-Blüte in Frankreich erlaubt?

Höchstens 0,3 % Delta-9-THC, also 3 mg pro Gramm. Der Wert gilt für die verkaufte Charge: Bewahren Sie die Laboranalyse jeder Charge auf, mit derselben Nummer wie auf dem Beutel. Eine allgemeine Analyse der Sorte oder einer anderen Charge reicht bei einer Kontrolle nicht aus.

Quellen

Dieser Artikel beschreibt die französische Rechtslage zum angegebenen Datum und ist keine Rechtsberatung.

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